Archiv | August, 2013
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Erfolgskriterium „Stakeholderanalyse im Projekt“

14 Aug

Wenn wir uns für die anderen interessieren, interessieren sie sich für uns.“

(Publilius Syrus (1.Jhd. v. Chr.), röm. Lustspieldichter)

Das Problem, dass sich andere nicht für ein Projekt interessieren, kommt nur in den selteneren Fällen vor. Im Gegenteil: häufig trifft man in Projekten auf Interesse, wo man es gar nicht vermutet hat. Dazu kommt, dass dieses Interesse oft nicht offen, sondern häufig im Austausch mit Anderen gezeigt wird. Eine ideale Grundlage für das Entstehen von Spekulationen und Gerüchten. Dies wäre nicht tragisch, wenn diese Gerüchte, Spekulationen usw. nicht gleichzeitig die Projektarbeit und den Projektfortschritt behindern  könnten.

Um diesem (übrigens: natürlichen) Prozess entgegen zu wirken, muss in Projekten eine sog. Stakeholderanalyse durchgeführt und Maßnahmen daraus abgeleitet werden.

Bevor mit uns aber mit Methode und abgeleiteten Maßnahmen beschäftigen, lassen Sie uns zunächst  einmal die Frage beantworten: Wer oder Was sind denn die sog. Stakeholder?

Alle Normen zum Projektmanagement (z.B. DIN 69901, ISO 10006, PMBOK, ICB 3.0 …) beschäftigen sich mit diesem Thema.  Lediglich die Begriffe sind unterschiedlich. Eingebürgert haben sich die Begriffe:

  •          Stakeholder
  •          Interested Parties
  •          Projektbeteiligte

Das PM Magazin beschreibt Stakeholder im Glossar folgendermaßen:

„Demzufolge ist ein Stakeholder (Projektbeteiligter, Interessensgruppe, Interessierte Partei):

  • eine Person, Personengruppe oder eine Organisation,
  • die aktiv am Projekt beteiligt ist oder durch den Projektverlauf oder das Projektergebnis beeinflusst wird.
  • die gegebenenfalls den Projektverlauf oder das Projektergebnis beeinflussen kann.“

(Quelle: https://www.projektmagazin.de/glossarterm/stakeholder)

Es geht allso immer um Personen oder Personengruppen, die das Projekt aus welchen Gründen auch immer beeinflussen möchten und dies auch können. Teilweise wird hier auch der Begriff der Interessengruppen  oder Anspruchberechtigten (innerhalb und außerhalb!!!) des Projektes verwendet.

Zur Identitifikation von Stakeholdern eignet sich z.B. die Methodik des Ursache-Wirkungsdiagrammes (Ishikawa Diagramm).

Stakeholderanalyse 1

Nachdem die Stakeholder identifiziert wurden, sind

  •         der Grad der Betroffenheit (leicht, mittel, stark),
  •         die Wirkung (positiv oder negativ) sowie
  •         Stärke ihres Einflusses zu bewerten.

Auf Basis dieser Analyse sind Maßnahmen abzuleiten und in einem Maßnahmenplan (Was?, Wer?, Bis wann?) hinterlegen.

Erst mit diesem Punkt ist die Stakeholderanalyse abgeschlossen. 

Aber  Achtung: auch wenn eine Stakeholderanalye i.d.R. am Anfang des Projektes durchgeführt wird,  ist sie aber gewissermaßen ein „lebendes“ Dokument. Dieses Dokument muss  während der gesamten Laufzeit des Projektes  regelmäßig aktualisiert werden.

Häufig ergeben sich aus der Stakeholderanalyse  hilfreiche Hinweise für die Risiskoanalyse. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, die Risikoanalyse nach der Stakeholderanlyse durchzuführen.

Mit der Risikoanalyse werde ich mich im nächsten Blog beschäftigen.

Gerd Schumacher

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