Archiv | Juli, 2014

Untersuchung zum nachhaltigen Projekterfolg – Teilnehmer gesucht

30 Jul

Veränderung, Weiterentwicklung, Nachhaltigkeit und Erfolg – Begriffe die in aller Munde sind, auch im Kontext von Projekten. Doch wann gilt Veränderung und Weiterentwicklung tatsächlich als erfolgreich oder nachhaltig? Wer definiert, was als erfolgreich gilt? Gibt es Indikatoren und Stellhebel, die den Weg zum nachhaltigen Erfolg sichern? Auf diese Fragen sucht unser Team derzeit die richtigen Antworten und versucht dabei, Anhaltspunkte und Erfolgskriterien für dauerhaft erfolgreiche Lösungen in der Praxis herauszustellen.

Die Sichtweise von Beratern ist in diesem Zusammenhang nur ein Aspekt. Wir wollen dorthin gehen, wo Veränderung konkret passiert und ihre Wirkung zeigt. Wir suchen Projektleiter oder Projektauftraggeber mit langjährigen und vielfältigen Erfahrungen aus Projekten und Veränderungsmaßnahmen unterschiedlichster Art. Wichtig ist uns dabei, dass die Teilnehmer die Umsetzung eines Projektes nach Projektabschluss aktiv begleitet oder erlebt haben.

Die Durchführung erfolgt als Telefoninterview (Dauer: ca. 1 Std.). Die Auswertung erfolgt anonym. Allen Teilnehmern stellen wir selbstverständlich auf Wunsch die Ergebnisse der Untersuchung zur Verfügung.

Bei Interesse senden Sie bitte eine kurze eMail mit Ihren Kontaktdaten an folgende Adresse: gerd.schumacher@deutschebahn.com. Ihre Daten werden ausschließlich im Zusammenhang mit der Befragung verwendet. Eine Weitergabe an Dritte oder für Werbezwecke ist ausgeschlossen.  

Erfolgskriterium „Angemessene Methoden und Prozesse“ Teil 4 – Kreativitätstechniken

14 Jul

Kreativität heißt, aus dem Chaos Ordnung zu schaffen.“ 

 

(Georg Stefan Troller, geb. 1921, östr.Journalist)

 

Im meinem letzten Blog habe ich die Anwendung von Problemlösungstechniken im Projekt empfohlen. Der gezielte Einsatz von Kreativitätstechniken soll im Weiteren helfen, mehrere Problemlösungsmöglichkeiten zu erarbeiten, aus denen dann in einem Entscheidungsprozess die beste Lösung ausgewählt werden kann.

Grundlagen

Kreativitätstechniken dienen dazu, die Ideenfindung zu erleichtern bzw. Denkblockaden aufzulösen. In den meisten Fällen werden sog. Gruppenmethoden eingesetzt. Um hier gute Ergebnisse zu erzielen ist es wichtig, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Kreativität fördern. Hierzu zählen

  • Aufgabenstellung/Problem muss klar beschrieben sein
  • Nicht zu wenige, aber auch nicht zuviele Teilnehmer (5-12 Teilnehmer sind optimal)
  • Außergewöhnliche , kreative und scheinbar „verrückte“ Ideen sind in der Findungsphase ausdrücklich erwünscht
  • Keine Störungen aus dem Tagesgeschäft zulassen

In Wikipedia sind das Thema Kreativtätstechniken und die jeweiligen Methoden gut dargestellt und beschrieben. Deshalb werde ich mich im Folgenden auf 2 Methoden, die ich immer wieder in meinen Projekten einsetze und mit denen ich sehr gute Erfahrungen gemacht habe, konzentrieren.

Link

Brainstorming

Brainstorming ist sicherlich eine der bekanntesten Methoden. Sie gehört zu den sog. intuitiven Methoden.

Brainstorming verläuft in mehreren Phasen:

  1. Ideenfindung (wichtig: außergewöhnliche Ideen ausdrücklich zulassen; keine Bewertung der eingebrachten Ideen)
  2. Sortieren und Aussortieren offensichtlicher „unsinniger“ Ideen
  3. Bewertung der gefunden Ideen

Die Bewertung kann beispielsweise mittels einer Matrix erfolgen, bei der auf der einen Achse der Umsetzungsaufwand und auf der anderen Achse der Nutzen eingeschätzt wird.

Bei dieser Methode empfiehlt sich der Einsatz eines Moderators.

In der Phase der Ideenfindung wird sehr häufig mit einer Metaplanwand und mit Metaplankarten gearbeitet. Ich setze zunehmend an dieser Stelle auch den MindManager ein. Dieses Programm verfügt über einen hilfreichen „Brainstorming-Modus“. Mit diesem Modus kann ich ein Brainstorming auch PC unterstützt durchführen (siehe dazu auch meinen Blog vom 31.3.14). der Vorteil: die Ergebnisse liegen direkt als Datei vor. Der Dokumentationsaufwand reduziert sich.

Ein Brainstorming ist eine sog. „laute“ Methode, d.h. in der Regel erfolgt die Ideennennung auf Zuruf. Hier liegt ein mögliches Risiko dieser Methode.  Zum einen kann es passieren, dass eher ruhigere Gruppenmitglieder sich am Prozess der Ideenfindung nur zurückhaltend beteiligen. Dadurch gehen ggf. wertvolle Ideen verloren. Ein weiteres Problem besteht bei hierarchieübergreifend zusammengesetzten Gruppen. Hier besteht die Gefahr, dass die Ideen von Gruppenmitgliedern höherer Hierarchiegruppen die Ideennennung der anderen Gruppenmitglieder beeinflusst.

Um die oben beschriebenen Nachteile zu beseitigen,  arbeite ich gerne auch mit einer sog. stillen Methode, der 6-3-5 Methode. Diese Methode gehört zu den sog. Brainwriting-Techniken.

6-3-5 Methode

Bei dieser Methode  arbeitet man nicht auf Zuruf, sondern die Ideen werden in Arbeitsblättern schriftlich festgehalten. Dadurch werden auch zurückhaltendere Teilnehmer aktiviert. Außerdem ist die mögliche Beeinflussung durch Mitarbeiter höherer Hierarchiestufen nahezu ausgeschlossen oder zumindest auf ein Minimum begrenzt.

Bei der 6-3-5 Methode sollen

  • 6 Teilnehmer
  • 3 Ideen in
  • 5 Minuten in einem Arbeitsblatt festhalten.

Dazu sitzen sie kreisförmig um einen Arbeitstisch. Alle Mitarbeiter haben ein Arbeitsblatt nach folgendem Muster:

Vorlage 6-3-5 Methode

Vorlage: 6-3-5 Methode

Nach 5 Minuten (oder sobald alle Teilnehmer ihre ersten 3 Ideen skizziert haben) werden die Arbeitsblätter im Uhrzeigersinn weitergereicht. Nun beginnt die 2. Runde, bei der in 5 Minuten wiederum 3 Ideen entwickelt werden sollen. Ideen, die schon auf dem Arbeitsblatt aufgenommen sind, dürfen modifiziert aber nicht wiederholt werden. Die Teilnehmer sollen sich von den bereits beschriebenen Ideen selbstverständlich inspiriieren lassen.  Spätestens nach  weiteren 5 Minuten beginnt die nächste Runde. Nach diesem Muster durchlaufen bei 6 Teilnehmern 6 Runden. Das finden neuer Ideen fällt naturgemäß von Runde zu Runde schwerer. Dadurch bleiben erfahrungsgemäß zunehmende Felder frei.

Hinweis: Diese Methode lässt sich nach meiner Erfahrung für Gruppen zwischen 5 und 8 Teilnehmern (je Tisch)  anwenden. Die Arbeitsblätter müssen je Teilnehmer eine Zeile beinhalten.

Nachdem alle Runden durchlaufen sind, sind die einzelnen Lösungen abzugleichen. Dazu liest ein Teilnehmer die Lösungen seines letzten Arbeitsblattes vor. Diese Lösungen werden erfasst (Flipchart oder elektronisch). Alle anderen Teilnehmer vergleichen die vorgelesenen Lösungen mit den Lösungen ihres Arbeitsblattes und streichen dabei Doppelungen.

Nach der Ideenfindung geht es um die Auswahl der „richtigen“ Ideen. An dieser Stelle kann der Einsatz von Entscheidungstechniken hilfreich sein. Eine einfache Methode (die Entscheidungsmatrix) habe ich bereits skizziert. Im nächsten Blog werde ich weitere Entscheidungstechniken vorstellen.

 

Gerd Schumacher

%d Bloggern gefällt das: