Zitat

Erfolgskriterium „Angemessene Methoden und Prozesse“ Teil 5 – Entscheidungstechniken

20 Okt

Unser Entscheiden reicht weiter als unser Erkennen.

(Immanuel Kant (1724-1804), dt. Philosoph)

Im meinem heutigen  Blog möchte ich mich mit dem Thema „Entscheidungen“ auseinandersetzen. Entscheidungen werden in allen Phasen des Projektes und durch alle Projektbeteiligten getroffen (oder auch nicht). Besonders schwierig wird es, wenn Projektbeteiligte auf die Entscheidungen anderer angewiesen sind und sie auf die Entscheidungen warten müssen. Diese Situation behindert den Projektfortschritt. Da die Ursachen für das Hinauszögern von Entscheidungen vielfältig sein können, macht es zunächst einmal Sinn, sich mit möglichen Gründen auseinanderzusetzen.

Grundlagen

Eine Entscheidung ist immer eine Wahl zwischen verschiedenen Alternativen oder unterschiedlichen Varianten (Wikipedia). Im Wortstamm des Begriffes „Entscheiden“ ist das Wort „Scheiden“ enthalten. In einer Entscheidung treffe ich immer eine Auswahl von mehrerern Alternativen. Von allen anderen Alternativen löse ich mich. Die Richtigkeit einer Entscheidung zeigt sich jedoch noch im Moment der Entscheidung, sondern kann immer erst zukünftig beurteil werden.  Menschen mit einem hohen Sicherheitsbedürfnis tun sich vor diesem Hintergrund  teilweise schwer mit Entscheidungen.  An dieser Stelle kann es helfen, notwendige Entscheidung systematisch vorzubereiten.  Eine mögliche Methode (Nutzwertanalyse) werde ich etwas später detaillierter vorstellen. Vorher möchte ich noch kurz auf den Entscheidungsprozess eingehen.

Entscheidungsprozess

Ein systematischer Entscheidungsprozess verläuft immer (auch wenn man es nicht bewusst wahrnimmt) in verschiedenen Schritten ab:

  1. Analyse
  2. Auswahl von Kriterien und deren Gewichtung
  3. Suche nach den möglichen Alternativen
  4. Bewertung und vorläufige Entscheidung
  5. Risikobetrachtung
  6. Endgültige Entscheidung
  7. Umsetzung
  8. Bewertung

Erlauben Sie mir hier,  kurz auf das Thema „Bauchentscheidung“ einzugehen. Intuitive Entscheidungen können in vielen Fällen hilfreich sein. Im betrieblichen Kontext ist es häufig allerdings schwierig, Entscheidungen ausschließlich auf Basis von Intuition zu begründen. Die bedeutet aber nicht, intuitive Aspekte auszuschließen. Intuition basiert häufig auf unbewußt vorhandenes  Erfahrungswissen. Aus meiner Sicht ist es sinnvoll, in einem systematischen Entscheidungsprozess nach einer Risikobetrachtung auch auf die eigenen Gefühle zu hören. Falls „Ihr Bauch“ sie an dieser Stelle vor einer Entscheidung warnt, sind sie gut beraten, nochmals in den Anlayse- und Entscheidungsprozess einzusteigen.

Nutzwertanalyse als hilfreiches Instrument

Es gibt vielfältige Methoden, Entscheidungen systematisch vorzubereiten. Ich persönlich verwende gerne die Nutzwertanalyse. Diese Methode erlaubt es, auch nicht nicht monetäre Aspekte zu berücksichtigen. Ich gehe bei der Nutzwertanalyse in folgenden Schritten vor:

  • Festlegung der relevanten Kriterien und deren Gewichtung (hier beietet sich methodisch der sog. „Paarvergleich“ an)
  • Bewertung der verschiedenen Alternativen

Bei der Bewertung der Alternativen wird zunächst die Alternative, die das jeweilige Kriterium am besten erfüllt, mit 10 Punkten bewertet. Die Bewertung der anderen Alternativen erfolgt dann relativ dazu. Die an dieser Stelle vergebenen Punkte werden anschließend mit den Punkten  der gewichteten Kriterien multipliziert. Anschließend werden die Gesamtpunkte für die jeweiligen Alternativen addiert. Diese Summen bilden dann den jeweiligen Nutzwert. Das nachfolgende Bild verdeutlicht die Vorgehensweise:

Nutzwertanalyse (1)

Ein Hinweis zum Schluss

Bereits vor rd. 1600 Jahren begründete Benedikt von Nursia mit der Abt´s Regel der Benediktiner eine aus meiner Sicht auch heute noch hochaktuelle Regel zur Entscheidungsfindung:

„Alles soll der Abt entscheiden, nichts ohne den Rat der Brüder

und auch der Jüngste soll sagen, was er für Recht hält.“

Gerd Schumacher

 

 

 

 

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